09.07.16

Jugend Freestyle Lehrgänge

des Bayerischen Kanu Verbands am Augsburger Eiskanal und an der Isarwelle in Plattling.
Bericht von Hardy Völkel

Dass der Treffpunkt Freitags ist, hat den Vorteil, dass am ersten gemeinsamen Abend die ersten Teilnehmer kennen lernen kann. Den Nachteil kennt jeder: Eine Fahrt am Freitagnachmittag macht immer wieder Spaß!

Unsere Unterbringung ist im Olympiastützpunkt direkt am Eiskanal, wir fühlen uns gleich ein bisschen olympisch. Auf jeden Fall ist es gut ein festes Dach über dem Kopf zu haben, denn das Wetter am Samstag und Sonntag ist regnerisch. Wir haben das ganze Haus für uns, denn wir sind 50 Teilnehmer (Übungsleiter mitgezählt). In Augsburg kommen Anfänger auf dem Jugendkanal auf ihre Kosten, die Fortgeschrittenen trainieren in und auf der Waschmaschine. Jeder Teilnehmer bewertet sein Können selbst und wird entsprechend in eine kleine Gruppe eingeteilt.

Der Lehrgangsleiter Tim Neupert hat einen Hänger voll mit Testbooten und Testpaddel dabei, hier kann sich jeder bedienen und tauschen. Dem Regen zum Trotze wird die Videokamera aufgestellt. Am Abend sitzen wir vor der Leinwand und bekommen die „moves“ erklärt und bewertet.

Für Isabelle findet der Lehrgang am Sonntag Mittag leider ein jähes Ende: Sie erwischt die Rolle nicht auf Anhieb und stößt sich beim zweiten Ansatz den Kopf. Die Untersuchung im Krankenhaus ergibt die Diagnose „leichte Gehirnerschütterung ohne erbrechen“. Isabelle bleibt zur Beobachtung 24 Stunden im Krankenhaus, der Rest der Familie fährt zurück nach Viernheim. Ein Tag, einige Telefonate und viele Autobahnkilometer später hole ich Isabelle wieder ab. Sie hat noch die ganze Woche Konzentrationsprobleme und Kopfschmerzen. Das MRT zeigt keine Auffälligkeiten, es scheint wieder alles OK zu sein.

Eine Woche später: “Hast Du uns schon angemeldet für Plattling?“

Es ist wieder Freitag Nachmittag, die Strecke ist noch einmal 100km weiter, und der Verkehr… geht sogar.

Der Plattling Lehrgang hat einen anderen Charakter. Wir sind auf dem Vereinsgelände St. Nepumuk untergebracht. Inzwischen gibt es hier fließend Wasser, leider noch keine Toilette. Dafür aber Schnaken, Schnaken, Schnaken. Geschlafen wird in Zelten, im Schuppen oder im Auto. Am Abend Sitzen wir am Lagerfeuer und grillen. Da das Wetter supergut ist, aber das Feuer viel zu warm. Der Rauch hält die Stechmücken nur mäßig ab.

Tim hat wieder Testmaterial dabei, jeder findet ein Boot und die Welle schluckt Paddler um Paddler. Die Welle tut wie ein kleines Monster, ein bisschen Mut gehört schon dazu hinein zu fahren, sie ist aber doch recht fair und spuckt einen nach der Kenterung wieder aus… Nicht ganz Anfängertauglich, daher sind wir weniger Teilnehmer als in Augsburg, aber immerhin 25. Ivette und Isabelle sind nur unter Androhung von Getränken und Sonnencreme aus dem Boot zu bewegen. Am liebsten würden sie sich die Verpflegung zum Boot reichen lassen. Die action-Kids fahren und schwimmen durch die Welle andere fahren eine Donau-Tour.

Ein kleiner Spaß-Wettbewerb muss her: „King of the wave“ wird, wer sich als längster ohne Paddel in der Welle halten kann… alle gleichzeitig rein!

Am Nachmittag spazieren wir gemeinsam zum Freibad und entern das Krokodil.

Pizza wird bestellt und auf der weißen Wand des Hängers machen wir die Videoanalyse als Open Air Kino. Später am Lagerfeuer gibt es eine Weinprobe unter fachlichen Ausführungen eines teilnehmenden jung-Winzers. In der Dämmerung werden wir wieder zu unfreiwilligen Blutspender, daher halten wir es nicht allzu lange im Freien aus: die Horizontale ruft.

Sonntag Mittag ist Lehrgangsende, wir machen ein Gruppenfoto und packen die Boote.

„Papa… was machen wir nächstes Wochenende?“