14.05.15

Christi Himmelfahrt am Vorderrhein

unsere buntgemischte Wildwassergruppe war am Himmelfahrts-Wochenende zum Genusspaddeln in der Schweiz.
Hier der Bericht von Hardy Völkl.

90 Euro?… Ich frage lieber zwei Mal, ich will ja schließlich nicht die ganze Schweiz kaufen. Als Antwort bekomme ich gesagt, dass ich ja fünf Schweizer Franken zurückbekomme. Zwei Schweizer Autobahnvingetten: eine für das Auto, eine für den Hänger.
Es ist die Einweihungsfahrt für unseren neuen “Wohnwagen”, wir sind gespannt wie er sich bewährt. Auf keinen Fall wollen wir im Zelt schlafen, das Wetter für den Freitag ist nicht gut gemeldet.
Die Wettermeldung ist auch der Grund für die Wahl des Campingplatzes: Wir sind in Trin-Mulin untergebracht. Neben der obligatorischen Wiese, auf der nur unsere harten Männern Hagen und Uwe zelten, werden die “festen” Einrichtungen verwendet: Das Gebäude im Hundertwasser-Stil beherbergt ein Jugendherbergs-Zimmer und eine Gruppenunterkunft mit Betten, Sofaecke, Tischen, Billard und Tischtennisplatte werden belegt. Außerdem können wir den Küchen- und den Trockenraum verwenden. Vier von fünf möglichen Sterne an diesen Campingplatz.
!/perch/resources/2015himmelf01-w620.jpg(Ch®ill-Strian)!
Nach einem kurzen Mittagessen sammeln wir uns. Wir teilen uns in zwei Gruppen auf und grübeln über die gemeinsame Auto-Logistik. Das Verstellen der Fahrzeuge ist hier nicht so einfach, da in der engen Rheinschlucht gerade noch Platz für die Eisenbahn ist, nicht jedoch für eine Straße. Das bedeutet ein lustiges bergauf und bergab über Serpentinen, Tunnel und enge Straßen… rüber über die Brücke, und das Ganze noch mal von vorne.

Schwarzes Loch, zum Ersten …
Vorbei am Schwarzen Loch
Wir paddeln alle auf dem Vorderrhein, eine Gruppe von Illanz bis Versam (WW2-3) mit “schwarzem Loch”, die andere Gruppe von Versam bis Reichenau (WW2). Schöne große Wellen, ein tolles Wasser, und imposante Felsformationen zaubern uns allen ein dickes Grinsen ins Gesicht. Das alles beschienen von einer strahlenden Sonne: das nenne ich genusspaddeln.
Zurück am Camping hängen wir die nassen Klamotten draußen auf und genießen das wunderschöne Panorama. Die Berge haben noch Schneefelder und in Laax kann man noch eine Ski-Abfahrt erkennen.
C!laus baut seinen Grill auf und schon bald riecht die frische Luft nach Essen. Auf der großen Terrasse finden alle Platz, schmatz, schmatz.
Die Wild-Grill-Sport-Gruppe

Kalte Wasser … von oben
Bis in die Abendstunden scheint die Sonne, von mir aus kann das Wetter so bleiben… macht es aber nicht. Der Regen setzt erst langsam ein. Ich registriere das Geräusch der Regentropfen auf dem Kunststoffdach, blende es aus und schlafe wieder ein, um später durch dieses Geräusch wieder aufzuwachen. Warum ist das jetzt so laut? Gegen Morgen lässt der Regen wieder etwas nach, hört aber nicht vollständig auf. Die drückende Blase ist der einzige Grund die Federn kurzzeitig zu verlassen. Vor unserem Hänger hat sich eine große Pfütze gebildet, von hier kommt man nur mit einem Boot oder Gummistiefeln weg. Da weder das eine noch das andere zur Verfügung steht, wähle ich die Variante mit den nassen Füßen. Habe ich schon erwähnt, dass die Pfütze eine Eisschicht hat? Fast!
Leute, die Idee ist wirklich gut und ich bin mir ganz sicher, dass ihr es gut meint, aber ich kann es bald nicht mehr hören, dass der Hänger noch ein Vordach braucht.

Der obere Vorderrhein
Auch heute paddeln wir den Vorderrhein und teilen uns auf: Eine Gruppe von Disentis bis Camping Trun (WW3), die andere Gruppe von Tavanasa bis Rueun (WW2).
Aaron im Surf-Fieber
Während die Autos verstellt werden, machen wir ein ausgiebiges Aufwärmprogramm. Ja: richtig gelesen, bevor wir erfrieren machen wir so etwas. Die Wärme hält leider nicht lange an. Als der Regen weiße Inhaltsstoffe zeigt und wir auf den Bach gehen, frieren uns regelrecht die Finger ab. Kerstin hat es gut: unser heutiges Shuttel Bunny hat die Sitzheizung aufgedreht. Stufe drei von drei.
Am Ausstieg hört der Regen endlich auf, kalt ist es immer noch. Das wird heute nichts mit grillen und draußen sitzen. Wir verbringen den Abend in der Gruppenunterkunft und spielen Billard. Der Himmel klart auf und die Nacht ist bitter kalt.
Wir lassen uns die gute Stimmung von gestern nicht vermiesen und planen unsere heutige Paddeltour. Durch den nächtlichen Regen könnten sich die Pegel verändert haben. Die Smartphones werden rausgezogen: “Ich muss erst noch die Pegel checken”

Vorder- und Hinterrhein
Der Samstag präsentiert sich schon morgens viel freundlicher als der gesamte Freitag. Nach unserem täglichen Paddler Ritual (Handy-Wischen) ist klar: Eine Gruppe paddelt von Hinterrhein bis Splügen (WW2-3) und nimmt unser Shuttle Bunny mit. Die andere Gruppe paddelt noch einmal den Vorderrhein von Disentis bis Tavanasa (WW3). Das Grinsen ist wieder da, die lästigen Fliegen über dem Wasser leider auch.
Wili im Flow
Der Abend lädt noch einmal dazu ein, den Grill zu richten und wird abgeschlossen durch eine Whiskey-Verkostung von Britta.

Schwarzes Loch, zum Zweiten …
Sonntag ist Abreisetag. Schnell sind die Zelte abgebaut und das Gepäck verstaut. Heute paddelt die gesamte Gruppe zusammen die Rheinschlucht Vorderrhein von Sagonon bis Reichenau (WW2-3) in der Chicken-Line am schwarzen Loch. Heute verbietet sich das Kenterwasser. Die allzu leichtsinnigen Spiel-Kenterer dürfen die Kekse leer machen, die gestern keiner mochte.
Das Schwarze Loch und Yvette
Schweren Herzens nehmen wir Abschied von Land und Paddler. Auf der Fahrt haben wir Glück: Nur ein Stau (auf der Gegenrichtung).
Teilnehmer: Klaus, Willi, Britta, Armin, Christian, Aaron, Hagen, Karen, Hardi, Isabelle, Ivette, Kerstin, Karl, Manuela + Hund, Jörg, Uwe
PS: In den nächsten Wochen werde ich ein Vordach an unseren Hänger bauen.